Stimmen der Kirche 


Papst Franziskus - 13. September 2017

Die beiden großen Heiligen der Stadt Cartagena, Petrus Claver und Maria Bernarda Bütler, haben uns mit ihrem Leben für die Ärmsten und Ausgestoßenen gezeigt, dass uns das Evangelium die wahre Freiheit schenkt. Den ersten Schritt machen heißt, sich wirklich um den Mitmenschen in Not zu kümmern und ihm wie Christus zu dienen, der unsere Hoffnung und unser Friede ist.

 


600 Jahre Bruder Klaus 2017

Sr. Pirmin will uns unseren Landes Heiligen in diesem Jubiläumsjahr etwas näher bringen! Jeden Monat wird sie mit Bildern und Kommentaren uns bereichern. Danke Sr. Pirmin!

Bildrechte Website  - wallfahrt@bruderklaus.com

Informationen zum Gedenkjahr „600 Jahre Niklaus von Flüe“ finden Sie unter www.mehr-ranft.ch

www.bruderklaus.com

 

 


September 2017

Bruder Klaus – das strahlende Antlitz Gottes!
War das
Volto santo von Manopello Vorbild für Christus in der Mitte des Meditationsbildes von Bruder Klaus?

Die Wissenschaftler meinen ja!    

"Die Stimme aus der Wolke «

Welti von Flüe, Fenner zu Unterwalden, hat erzählt, dass ihm Bruder Klaus einmal unter anderem erzählt habe, dass er einst, am Anfang seines Abbruchs, in das Melchi mähen gehen wollte. Unterwegs habe er Gott um die Gnade gebeten, dass er ihm ein andächtiges Leben schenke. Da sei eine Wolke vom Himmel gekommen, die mit ihm redete und sagte, dass er sich in den Willen Gottes ergeben soll, denn er sei ein törichter Mann. Was Gott mit ihm wirken wolle, darin solle er willig sein, und darum habe er sich mit Recht in den Willen Gottes ergeben.»    

Der Besuch der drei Edelleute
«
Es ist aber nicht zu übergehen, dass drei wohl gestalte Männer, die in Gewandung und Haltung einen adeligen Rang verrieten, zu ihm kamen, während er mit häuslicher Arbeit beschäftigt war. Der erste begann in folgender Weise das Gespräch: Nikolaus, willst Du Dich ganz mit Geist und Leib in unsere Gewalt geben? Jener erwiderte sofort: Niemand ergebe ich mich als dem allmächtigen Gott, dessen Diener ich mit Seele und Leib zu sein verlange. Auf diese Antwort wandten sie sich ab und brachen in ein fröhliches Lachen aus.»

Wir alle widerspiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn und werden so in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch den Geist des Herrn. 2 Kor 3,18

 

Denn Gott, der einst sprach: "Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!", hat jetzt in unseren Herzen sein Licht aufleuchten lassen, damit die Menschen die göttliche Herrlichkeit erkennen, die Jesus Christus ausstrahlt. 2 Kor 4,6

aDas Radbild ist das Niklaus von Flüe am zutreffendsten charakterisierende Symbol. Seine schlichte Einfachheit entspricht seinen scheinbar so einfachen Kernaussagen. Wie sperrig, wie anspruchsvoll, wie unergründlich tief «dieses Buch, in dem ich lerne» tatsächlich ist, wird nur dem bewusst, der sich näher darauf einlässt. Genau so ergeht es einem mit Niklaus von Flüe selbst. Das Radbild fehlt auf keiner Webseite und in keiner Beschreibung des Einsiedlers vom Ranft.
      •Nikolaus von Flüe (1417 – 1582) schaute Christus einst in der Vision eines hell leuchtenden Rades. Gott offenbarte sich ihm in der Form eines fließenden, strömenden Lichtkreises. Der Kreis symbolisiert von alters her die Vollkommenheit und ewige Genüge Gottes, ohne Anfang und Ende.
Die Vision erschrickt ihn sehr und wirft ihn völlig zu Boden, sie verändert sein ganzes Aussehen und Denken und Fühlen.
Im Nachsinnen und Meditieren gewinnt in ihm langsam das göttliche Licht als das Angesicht Christi klarere Formen.
In seiner Klause ließ er dann ein Gott-Jesus-Gesicht an die Wand malen im Zentrum eines Kreises.
Von dieser Mitte des Seins und der Welt gehen zwei mal drei Strahlen je aus und ein. Gott fließt in die Welt aus und die Welt strömt wieder
in ihn ein, so wie der tragende Atem unseres ganzen Lebens. Alles ist in und aus Gott. Auf dem dann später immer umfangreicher
gewordenen Meditationsbild gehen von der göttlichen Mitte je ein Strahl aus vom Auge, vom Ohr und vom Mund. D.h.: Die Liebe Gottes in
Christus lässt sich geschichtlich tief ein und nimmt die Welt leibhaftig wahr im Sehen, Hören und Antworten! Gott hört den Klang seiner
Schöpfung, sieht Leid und Schmerz in der Welt und antwortet berührt mit seinem versöhnenden, rufenden Wort. Diese Grundwirkungen
des göttlichen Wesens werden zentral sichtbar in Schöpfung, Passion und Verkündigung.
Sie wollen dann in der dreifachen Gegenbewegung die Menschen in seinem Geist und Tun zurückbringen zu ihm und seiner (und d.h.
ihrer!) Mitte: die drei anderen Strahlen führen uns also zurück ins lichte Zentrum und kommen, in der erweiterten bildlichen Form, aus den
Darstellungen
der Geburt Jesu,
seiner Verhaftung im Garten Gethsemane und
aus einer (schon gottesdienstlichen) Abendmahlsszene. Die umfassende Bewegung Gottes in die Welt hinein möchte Glauben und
Vertrauen wecken; Bruder Klaus weist mit seinem Meditationsbild aber auch darauf hin, dass dieser mystische Weg Gottes auf das Ja der
Menschen angewiesen ist, wenn das Bild rund und fließend bleiben soll!
Christi Geburt braucht zuvor die Einwilligung der Maria.
Golgatha gibt es nicht ohne den Kampf Jesu in Gethsemane,
und die versöhnende Gemeinschaft im Heiligen Abendmahl bedarf bis heute immer neu meiner nach dem „Für Dich gegeben!“
ausgestreckten Hand, damit mein Leben in den Strom der Liebe und Genüge Gottes gerät!

 

Ein Vergleich:
Volto Santo - das Göttliche Gesicht in Manoppello  ist die wertvollste Reliquie der Christenheit  
und der sicherste Beweis von Jesu Auferstehung!

 

Seit dem Jahr 1646 wird dieses einzigartige Schleierbild "Volto Santo", das Jesus Christus im Augenblick seiner Auferstehung von den Toten zeigt,  in der Klosterkirche von Manoppello aufbewahrt. Es kann nicht von Menschenhand gezeichnet oder gemalt worden sein, dies haben wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahr 2007 eindeutig bestätigt. Das Tuch besteht nicht aus Leinen, sondern aus Muschelseide, ein Tuch ohne Farbe, welches sich nicht bemalen lässt, ein sehr feines, durchsichtiges Tuch, welches in allen Ausmaßen deckungsgleich ist mit dem Turiner Grabtuch. Es  handelt sich um das seltene Material „Byssus" also Muschelseide, welches ein königlicher Stoff ist, welches auch von den hl. 3 Königen der Mutter Jesu geschenkt worden sein könnte, zusammen mit Gold, Weihrauch und Myrrhe. Das Antlitz Christi von Manoppello ist von beiden Seiten des Seidentuches, also von vorne als auch von der Rückseite,  deutlich zu sehen. Zugleich ist dieses Tuch durchsichtig. Wenn die Sonne direkt darauf scheint, ist nichts zu sehen. Hält man eine Zeitung dahinter, so kann man jedes Wort lesen, so fein ist dieses Tuch.  Papst Benedikt XVI. sagte immer wieder: "Wir möchten Gott kennenlernen und wir können es durch das Gesicht Christi." 

 

Ein bisschen nachforschen: 

KATH.NET: Paul Badde, Sie haben vor kurzem das Buch 'Das Muschelseidentuch' veröffentlicht. Um was geht es hier in Kürze?
Paul Badde: Kurz ist die Geschichte fast ebenso einfach wie in ihrer ausführlichen Form. Und kurz oder lang bleibt sie unglaublich.
1. Vor Manoppello, einem kleinen Städtchen in den Abruzzen an der Adria, gibt es ohne jeden Zweifel seit mindestens vierhundert Jahren
ein kleines Tuch mit einem außerordentlich unerklärlichen und eindrucksvollen Abbild vom Angesicht Christi - auf einem Stoff, der feiner ist
als ein Nylonstrumpf.
2. Die Indizien sind erdrückend, dass es sich bei diesem Tuch um den sogenannten Schleier der Veronika handeln muss, der vom Jahr 705
bis zum Jahr 1600 im Petersdom in Rom verwahrt, verehrt und oft gezeigt wurde.
3. Vom Jahr 705 zurück gibt es viele ernst zu nehmende Zeugnisse und Quellen, die ein "nicht von Menschenhand gemachtes" Bild eben
dieser gleichen Art zurückverfolgen über Konstantinopel und Edessa bis hin nach Jerusalem. Jeder Indizienprozess würde seine
Beweisführung deshalb darauf anlegen, dass es sich hierbei wohl um eines der "zwei Tücher" handelt, von denen Johannes in seinem
Bericht über die Auferstehung Christi im leeren Grab des Ostermorgens spricht. Das zweite dieser beiden Tücher kann daneben nur das
Grabtuch von Turin sein: die kostbarste Reliquie der Passion - dem sich der Schleier von Manoppello als eine Art "Reliquie der
Auferstehung" anzufügen scheint. Beide Tücher zeigen ein identisches Gesicht - das Grabtuch mehr als ein Schatten, der Schleier mehr wie
in Diapositiv. Und:

War das Volto Santo die Vorlage für das Meditationsbild des Heilgen Bruder Klaus? Das neuste Video von Pfarrer Läufer analysiert das Meditationsbild und liefert erstaunliche Informationen    


Heiligsprechung von Mutter Teresa am 5.9.2016

eindrückliches Video von 59 Min. über ein Interview von Mutter Teresa aus Kalkutta  

mit Pater Leo Massburg

Hinter den Kulissen von Mutter Teresa

http://www.kathtv.org/video/1578682.html


die geistigen Werke der Barmherzigkeit 2017

 

  • die Unwissenden lehren
  • den Zweifelnden recht raten
  • die Betrübten trösten
  • die Sünder zurechtweisen
  • die Lästigen geduldig ertragen
  • denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen
  • für die Lebenden und für die Toten beten

sr.pirmin@st-ursula.ch Kloster St. Ursula, 3900 Brig 079 482 94 02

Sr. Pirmins Archiv: Zeugnis, wie Gott sie geheilt hat / Werke der leiblichen Barmherzigkeit von 2016

Sr. Pirmin hat im Jahr der Barmherzigkeit 2016 uns die leiblichen Werke der Barmherzigkeit näher gebracht.

In diesem Jahr, 2017, können wir unsere Herzen anrühren lassen mit den 7 geistigen Werken der Barmherzigkeit.

 

Danke Sr. Pirmin für die schönen, selbstgemalten Bilder und die passenden Texte dazu!


Die Unwissenden lehren

Thomas von Aquin sagte: „Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, ihn vom Irrtum zur Wahrheit zu führen“.

 

Als geistige Wesen haben wir Durst nach Erkenntnis und Wahrheit. Gerade Eltern und Erziehern ist es aufgetragen, die Kinder und Jugendlichen mit Wissen auszustatten und sie hineinzuführen in die Fertigkeit des Lebens. Sie praktizieren jeden Tag neu dieses Werk der Barmherzigkeit.

Aber wir alle, ob wir es wollen oder nicht, lehren und leiten andere durch unser Wort und Beispiel. Dabei haben wir auch besondere Verantwortung für die Glaubenswahrheit, gerade in einer Zeit, in der die Unwissenheit im Glauben sehr groß ist. Auch viele Getauften verlieren aufgrund der Beschäftigung mit den vergänglichen Dingen die bleibenden aus dem Auge. Umso wichtiger ist es, die Botschaft Christi und die Lehre der Kirche frohen Herzens unverkürzt und unverwässert zu bezeugen. Vielleicht indem wir jemanden eine gute Lektüre empfehlen oder wachsam sind, wo wir etwas von unserem Glauben weitergeben können:

  • in der Familie
  • bei Bekannten
  • Besuchern und Freunden
  • in der Pfarrei

Und wir wollen auch selber immer wieder dieses Werk der Barmherzigkeit empfangen:

  • uns unterweisen lassen und aufmerksam sein, wo Gott uns durch ein Predigtwort oder durch ein Alltagswort etwas mitteilen will

Als geistige Wesen haben wir Durst nach Erkenntnis und Wahrheit. Gerade Eltern und Erziehern ist es aufgetragen, die Kinder und Jugendlichen mit Wissen auszustatten und sie hineinzuführen in die Fertigkeit des Lebens. Sie praktizieren jeden Tag neu dieses Werk der Barmherzigkeit.


Den Zweifelnden recht raten

Guter Rat ist teuer. Es braucht die Erleuchtung von oben, damit nicht “Blinde, Blinde führen”, sondern wirklich Gott den rechten Rat eingeben kann, denn dieser ist eine Gnadengabe des Hl. Geistes.

 

Wer Zweifelnden recht raten will, muss selbst gelehrsam sein und zum Beispiel in der Lektüre des Wortes Gottes, in der Beichte oder im persönlichen Gespräch Rat von anderen annehmen. Das Gebet um den Heiligen Geist und um die Gabe der Unterscheidung ist die Voraussetzung, dass wir anderen ein aufbauendes und wegweisendes Wort mitgeben können. Manchmal können wir zum anderen nur sagen: lass uns darum beten, damit wir Gottes Willen immer besser erkennen. Aber vielleicht kommt uns bei diesem Werk der Barmherzigkeit jemand besonders in den Sinn:

  • wem gegenüber sollte ich dieses Werk ausüben oder von wem sollte ich mich belehren lassen?

Die Betrübten trösten

Jesus hat die Trauernden seliggepriesen: "Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden” (Mt 5,4).

 

Das lateinische Wort für trösten “consolare”, bedeutet, mit jemandem zu sein, der “solo” ist, der “allein” ist. Wir sind nie allein: Gott ist bei uns durch seinen Heiligen Geist, der im Veni Sancte Spiritus der “Consolator optime” der “beste Tröster” genannt wird.

 

Paulus sagt von Gott : “Er tröstet uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir von Gott getröstet werden” (2 Kor 1,4).

 

Die Menschen merken es, ob wir ihnen schnell billigen Trost spenden wollen oder ob unsere Zuwendung mit dem eigenen Glauben durchtränkt ist, der selbst schon manche Not bestanden und die tröstende Salbung Gottes erfahren hat. Wenn wir Gott verbunden leben und uns vom Heiligen Geist leiten lassen, dann können wir für andere zum Trost werden und finden auch Worte, die unaufdringlich ermutigen und trösten. Und oft ist ja im Fall der Trauer schon die wortlose Gegenwart Trost für die Trauernden.

Einfach da sein – die Hand geben – still sein.


Denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen

Im Evangelium fragt Petrus den Herrn: “Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal” (Mt 18,21-22). Das heißt immer wieder und in jedem Fall, sollen wir vergeben, so wie auch Gott nicht müde wird, uns immer wieder zu vergeben.

 

„Einander vergeben“, ja „einander gerne vergeben“, ist nicht leicht – vor allem, wenn wir eine schwere Beleidigung oder Kränkung erlitten haben. Manche Menschen tragen anderen das Leben lang erlittene Kränkungen nach und werden dabei oft selber krank.

 

Vergebung und Verzeihung bleiben eine lebenslange Herausforderung, die wir manchmal mehr oder weniger spüren und bei der Gott uns helfen muss. Deshalb beten wir auch täglich:

„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Hilf uns, dass wir stets neu von Herzen vergeben können.

 

Dabei ist das Herz Jesu unser Zufluchtsort und unsere Quelle, aus der wir die Kraft schöpfen, nicht nur persönlich, sondern auch miteinander immer wieder neu anzufangen und zu verzeihen. Und vielleicht kommt uns jemand in den Sinn, auf den wir einen Schritt zumachen sollten oder dem wir einfach in Gedanken und im Herzen sagen sollen: ich trage Dir das Vergangene nicht nach, es ist geborgen im Herzen Jesu. Je größer unser Glaube an die barmherzige Liebe Gottes ist und wir uns von Gott verzeihen lassen, umso mehr werden wir anderen gegenüber barmherzig sein können.

 

Gottes barmherzige Liebe fließt wie leuchtendes Gold und heilender Balsam über die Wunden, die unsere Sünden geschlagen haben“ (Mutter Julia Verhaeghe).


Die Sünder zurechtweisen

Jesus spricht im Evangelium davon, dass wir gelegentlich andere zurechtweisen sollen: ”Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht…” (Lk 17,3). So sollen sich alle in der Gemeinschaft der Glaubenden füreinander verantwortlich wissen und dafür Sorge tragen, daß sich keiner aus ihrem Kreis über die maßgeblichen Weisungen Jesu hinwegsetzt und dadurch verloren geht. Wenn wir also aus Glauben und Verantwortung füreinander die geschwisterliche Zurechtweisung, üben, dann ist das ein Zeichen, dass die Hirtenliebe Christi in uns lebendig ist.

  • Nun gibt es freilich verschiedene Motivationen, dem Mitmenschen einen Fehler vorzuhalten, nicht selten geschieht es aus Kritiksucht, Groll oder Rechthaberei.Das wäre dann verkehrt!
  • Zurechtweisung fällt nicht leicht, besonders wenn es sich um ältere Personen handelt oder um Menschen, die uns sehr vertraut sind. Sicherlich hätten wir nicht die rechte Haltung, wenn es uns Spaß machen würde, andere zurechtzuweisen oder zu kritisieren.
  • Zurechtweisung sollte immer in Bescheidenheit und ohne Zorn geschehen.

So hat z.B. auch der hl. Vinzenz von Paul gesagt, dass er dreimal in seinem Leben scharfe Worte gebraucht habe und dabei aber nur Misserfolg hatte. Wenn er aber in Güte gesprochen habe, habe er erreicht, was er erreichen wollte. Kardinal Newman beschreibt solch eine vertrauliche und in Güte vorgebrachte Zurechtweisung mit den Worten: “um das bescheiden zu tun, müssen wir es so freundlich, liebenswürdig und gütig tun als möglich… Wir dürfen die Dinge nicht schlimmer machen, als sie sind, oder unseren ganzen (vielleicht eingebildeten) christlichen Charakter zeigen, wenn wir sozusagen nur eine Hand auszustrecken oder einen flüchtigen Blick zu geben brauchten.”

  •   Aufgepasst - nicht hochmütig sein! Eine sanfte, gütige Zurechtweisung ist auch eine Form gelebter Nächstenliebe.

Die Lästigen geduldig ertragen

… oder wie manchmal auch einfach formuliert wird: Unrecht ertragen. Bei diesem Werk der Barmherzigkeit gibt es, wie der Name schon sagt, gar nicht viel zu tun, es besteht vielmehr im Erdulden. Unsere spontane Reaktion auf Lasten, die wir zu tragen haben, oder auf lästige Menschen, die wir aushalten müssen, ist oft die Klage. Dabei könnten wir uns doch oft auch mit dem Herrn verbinden, diese Situationen bewusst annehmen und sie zu einem geistigen Opfer machen, das anderen zugute kommt.

 

Der große Lehrer des geistlichen Lebens, Franz von Sales, empfiehlt deshalb:

„Klage so wenig wie möglich über das erlittene Unrecht". Gewöhnlich sündigt, wer sich beklagt. Die Eigenliebe lässt uns ja das erlittene Unrecht immer härter empfinden, als es in Wirklichkeit ist. Vor allem beklage dich nicht bei Leuten, die sich leicht aufregen und gleich Schlechtes denken. Wenn du dich schon bei jemand aussprechen musst, damit die erlittene Kränkung wieder gutgemacht werde, oder um dich zu beruhigen, so suche dir dafür besonnene und gottliebende Menschen aus, sonst wird dein Herz nicht erleichtert, sondern noch mehr aufgeregt; statt den Dorn aus deinem Fuß zu ziehen, werden ihn diese Menschen noch tiefer hineinstoßen“.

 

  • (Philothea III,3). Das ist das Buch, das Franz von Sales geschrieben hat. "Alles aus Liebe, nichts aus Zwang" war ein Leitspruch von Franz von Sales.

Für die Lebenden und die Toten beten

So lautet das letzte geistige Werk der Barmherzigkeit. Wir können nicht ermessen, welche Wohltat es ist, dass andere Menschen für uns beten. Und wir selbst wollen anderen diese Wohltat zukommen lassen.

  • Das geschieht oft beim liturgischen Gebet und bei der Hl. Messe.
  • Aber auch im persönlichen Beten können wir gewisse Lebende und Verstorbene besonders vor Augen haben.
  • So können wir auch manchmal am Morgen die gute Meinung machen und die Gebete und Anstrengungen des Tages für den einen oder anderen aufopfern, der es besonders nötig hat.

Und wir wissen, wie froh manche Menschen sind, wenn wir ihnen sagen oder schreiben: ich bete für Sie und Ihre Anliegen; ich schließe Ihren lieben Verstorbenen in mein Gebet ein.

  • Wie oft sage ich den Leuten: Ich bete für sie und dann geht ein Leuchten übers Gesicht! Und dann heisst es für mich, es wirklich zu tun und nicht nur zu versprechen!